ICA 2026 in Kapstadt – Best student paper und vier Vorträge  [19.05.26]

Unter dem Leitthema „Communication and Inequalities in Context“ lädt die diesjährige Jahreskonferenz der International Communication Association Forschendevom 4. bis 8. Juni 2026 nach Kapstadt ein.

Einen besonderen Erfolg erzielt ein Team aus Hohenheimer Studierenden mit einer Studie zur Selbstdarstellung auf sozialen Medien. Das Projektteam bestehend aus Hanna Certomà, Hanna Schneider und Annkathrin Sproeßer wurde als einer der drei besten studentischen Beiträge ausgezeichnet. Damit erhält das Team die Möglichkeit, seine Ergebnisse am Sonntag, den 7. Juni, im renommierten Top Student Paper Panel der Division Communication & Technology vor internationalem Fachpublikum zu präsentieren. Das Projekt entstand im Rahmen des Master-Projektseminars Wissenskommunikation und wurde wissenschaftlich von Jana Dombrowski  begleitet. In einer Meta-Analyse von insgesamt 65 Studien zeigten die Studierenden, dass vor allem authentische Selbstdarstellung auf sozialen Medien eine Chance ist, während idealisierte Selbstdarstellung eher ein Risiko für das Wohlbefinden von Usern darstellt.

 

Weiterhin präsentiert das Fachgebiet Medienpsychologie am Freitag, den 05. Juni zwei Studien aus dem aktuellen DFG-Projekt zu Politischem Microtargeting. Das Projektteam um Ruben Renz, Simon Kruschinski, Hanna Paulke, Marcus Maurer und Sabine Trepte führte eine qualitative Studie durch, in der sie Usern buchstäblich bei der Nutzung von Social Media über die Schulter geschaut haben. Die User wurden innerhalb ihres personalisierten Feeds mit politischer Werbung konfrontiert. Die Ergebnisse zeigen, dass der Umstand, dass es sich dabei um gezielt ausgesteuerte Werbung handelt für User zweitranging ist. In der Auseinandersetzung mit politischen Werbeanzeigen zählen vor allem die Inhalte und darin präsentieren Positionen. Dr. Simon Kruschinski wird die Studie auf der ICA Konferenz vortragen.

 

Ebenfalls Teil des Drittmittelprojektes ist eine breit angelegte quantitative Studie, bei der digitale Tracking-Technologien nun einen umfassenden Blick über die Schulter der Nutzenden ermöglichten. Kerria Drüppel präsentiert daraus erste Ergebnisse dazu, wie Nachrichtennutzung in algorithmisch kuratierten Informationsumgebungen funktioniert. Dabei zeigt sich, dass Interaktionen mit Nachrichteninhalten insgesamt überraschend selten sind. Sobald Menschen jedoch mit Nachrichten interagieren, etwa durch Likes, Kommentare oder Shares, steigt zugleich die Wahrscheinlichkeit, dass Usern künftig vermehrt ähnliche Inhalte angezeigt werden.

 

Aufmerksamkeit ist auf sozialen Medien zu einer hart umkämpften Ressource geworden. Entsprechend besteht die Sorge, dass die ständige Verfügbarkeit kurzer und schnell konsumierbarer Inhalte dazu beiträgt, dass es Menschen schwerfällt, ihre Aufmerksamkeit gezielt zu steuern. Am Samstag, den 6. Juni, präsentiert Kerria Drüppel Ergebnisse einer Studie zum Zusammenhang zwischen Aufmerksamkeitsdefiziten und der Nutzung von Kurzvideo-Plattformen (Ko-Autorinnen sind Jana Dombrowski und Sabine Trepte). Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen die länger Kurvideos schauen größere Probleme dabei haben aufmerksam zu bleiben. Ein pre-print zur Publikation kann hier abgerufen werden.

 

Wir freuen uns auf eine spannende Konferenz und den Austausch in Kapstadt!


Zurück zu Aktuelles